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Autor Thema: Pflanzenschutz Raps  (Gelesen 20104 mal)
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benji88
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« am: 23. August 2014, 10:30:13 »

Hallo,

da die Rapsbauern hier ja sicher um die Thematik "Ínsektizidbeize" informiert sind, wollte ich mal fragen wie ihr den Pflanzenschutz im Raps heuer macht?

Geht hier hauptsächlich darum, wie man den Erdfloh bekämpft.
Ich berate heuer in folgende Richtung:

Eher Nachauflaufspritzung mit Herbizid (Fuego Top, Butisan Gold) und gleich ein Pyrethroid dazu (Decis,Cymbigon,...)
damit es gar nicht erst zum Fraß kommt. Das ganze ausbringen sobald der Raps rausschaut.
Dann 3 Tage abwarten und auf Erdfloh kontrollieren, sollte noch ein paar da sein sofort noch eine Überfahrt mit einem Pyrethroid solo.

Hat hier jemand vor gar keine Erdflohbekämpfung durchzuführen? Oder eine andere Strategie?
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monsato
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« Antworten #1 am: 23. August 2014, 11:35:56 »

hay

bist du beratungslandwirt?
wenn ja  von wem aus?? lagerhaus oder private organisation.

also ich mein das es ohne kaum gehen wird zum ersten.
zum 2. befürchte ich das man garnicht so lang warten kann-darf bis der raps rausguckt aus der erde sondern schon vorher wenn er  sagmal 1cm unter der erde ist zumindest die feldränder behandelt ( halbe spritzbalken breit)
auf jeden fall jeden tag schauen ist angesagt.

ich hab schon gehört das einige drauf pfeiffen und stillegen .
warum:
viel aufwand , wenn dann doch was schiefgeht und nur 3tonnen zur ernte kommen und das gerechnet mit dem jetztigen preis ist das ganz einfach eine frechheit da kommt nix dabei raus.
da ists besser mehr als 5 % stillzulegen und 450 euronen zu kassieren fürs nixtun.

andere wiederum pekulieren und (gutsbetrieb) erweitern die fläche ,bleibt nur abzuwarten ob die die flächen bei dem derezitigem wetter überhaupt in die erde bringen rechtzeitig denn derzeit geht garnichts mehr.
außer pflügen und sofot hinteher fahren mit kreiselegge. bevor der nächste regen kommt geht aber nur auf leichten böden auf schweren ist ende -nix geht mehr .
gruß m.
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« Antworten #2 am: 23. August 2014, 11:44:41 »

Das Problem sehe ich nicht darin, mal in einem Jahr den Rapserdfloh zurück zu halten, aber durch das Verbot wichtiger Wirkstoffe wird die Gefahr der Resistenzbildung viel größer.

Mulch- und Direktsaat dezimieren die Rapserdflohpopulation, dann muss natürlich ganz unbedingt drauf geachtet werden, dass die Rapspflanzen möglichst robust sind. Habe zwar auch gedacht, dass man vielleicht die Sästärke steigern sollte, aber es ist das Gegenteil der Fall. Starke Einzelpflanzen, das wollen wir. Natürlich muss dann der Pflanzenschutz umso mehr passen. Pflanzenverluste darf man sich nicht erlauben.

Der Einsatz darf natürlich erst ab Überschreiten der Schadschwelle erfolgen. Zwinkernd
2 Schüsse haben wir frei. Muss also alles passen.
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Jochen
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« Antworten #3 am: 24. August 2014, 20:39:43 »

Hier schwimmt eh alles und nach der ersten Bodenbearbeitung ist alles ein Teig also heuer bin ich bei dem Feldversuch nicht dabei, mir hat´s beim Mais gereicht, einmal Schnauze fallen im Jahr muß genügen ...

wir hatten troz Beize schon die letzten Beiden Jahre löcher in den BLättern vom Erdfloh, heuer ohne? na mal schauen wie das geht...
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Klaus
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« Antworten #4 am: 25. August 2014, 07:37:29 »

Hallo,

da die Rapsbauern hier ja sicher um die Thematik "Ínsektizidbeize" informiert sind, wollte ich mal fragen wie ihr den Pflanzenschutz im Raps heuer macht?

Geht hier hauptsächlich darum, wie man den Erdfloh bekämpft.
Ich berate heuer in folgende Richtung:

Eher Nachauflaufspritzung mit Herbizid (Fuego Top, Butisan Gold) und gleich ein Pyrethroid dazu (Decis,Cymbigon,...)
damit es gar nicht erst zum Fraß kommt. Das ganze ausbringen sobald der Raps rausschaut.
Dann 3 Tage abwarten und auf Erdfloh kontrollieren, sollte noch ein paar da sein sofort noch eine Überfahrt mit einem Pyrethroid solo.

Hat hier jemand vor gar keine Erdflohbekämpfung durchzuführen? Oder eine andere Strategie?

Moin,

mir haben sich eben gerade beim lesen die Nackenhaare aufgestellt. Schockiert

Profilaktischer Insektizideinsatz geht gar nicht! Damit macht ihr alles kaputt!
Resistenzen werden aufgebaut und letztendlich werden gesetzliche Auflagen verschärft!
Wollt ihr das?

Sät euren Raps wie gehabt, zu früh geht vom heutigen Termin aus nicht mehr, passt eventuell die Saatstärke an (nach oben) und dann ist Kontrolle angesagt.
Helfen kann dabei sehr gut der Einsatz von Gelbschalen. 50 Rapserdflöhe innerhalb von 3 (!) Wochen ist die Schadschwelle.

Gruß
Klaus
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benji88
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« Antworten #5 am: 25. August 2014, 10:28:51 »

Lieber Klaus,

prophylaktisch geht nix!
Aber bei uns ist bewiesen, sobald der Raps nur wenig rausguckt, ist auch der Erdfloh da, und der frisst über Nacht das Feld EBEN ab.

Prophylaxe wäre kaum möglich, da billige Pyrethroide (Cymbigon, Decis, etc) bei ungünstigen Wetterbedingungen sowieso nur 2-3 Tage Wirkung haben!
Aber sobald der rausguckt, ist der Floh da, da sind sich Experten einig. Und ich weiss das aus eigener Erfahrung.

Ein LW hier in der Nähe hatte voriges Jahr diese Strategie angewendet.
Alles gut soweit. Nachn Dreschen hats gleich geregnet => Ausfallraps ging wundervoll auf, allerdings ist er gar nicht rauskommen, den hat der Erdfloh gleich aber flächendeckend zu 95% abgefressen!!!
Wenn das auf einem gesäten Feld passiert hast bei Hybriden schon mal 100,- fürs Saatgut je ha nebengesetzt!
Wennst da schon Herbizid gespritzt hast sind noch mal zusätzlich 100-120 je ha hin...
Da gehts um Geld...
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« Antworten #6 am: 25. August 2014, 10:43:03 »

Dann solltest auf solchen Flächen vielleicht mal den Raps weg lassen.
Das Risiko und die damit verbundenen Kosten sind ja nicht ohne und auch teil der Kalkulation.
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benji88
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« Antworten #7 am: 25. August 2014, 10:53:26 »

Dann solltest auf solchen Flächen vielleicht mal den Raps weg lassen.
Das Risiko und die damit verbundenen Kosten sind ja nicht ohne und auch teil der Kalkulation.

Problem dabei: Bei uns ist sehr dichtes Rapsbaugebiet, da hast auch einige Nachbarn mit Raps, auch ist er in unserer Fruchtfolge nicht unbedeutend, ganz gut zu vermarkten.
Ganz weglassen geht nicht, in der Fruchtfolge sollten es glaub ich 3-4 Jahre sein, aber wenns neben immer wieder wem hast der sie anzüchtet kannst nix machen
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« Antworten #8 am: 25. August 2014, 11:47:01 »

Besser 4 bis 5 Jahre und das ist schon knapp. Raps ist empfindlich!

Wie Mobil ist denn der Rapserdfloh? Weiß man dazu etwas?
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Jochen
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« Antworten #9 am: 25. August 2014, 12:49:08 »

Der Erdfloh ist auch auf anderen Kulturen zuhause, wir sind kein wirklich dichtes Anbaugebiet, (darum wollte ich auch wieder eine Vermehrung anbauen) aber trozdem ist ein Erdfloh ein Thema
Zu Zeiten vor der Beize mußte am nächsten Tag ein Insektizid folgen oder zugleich sonst ist der Raps weg
also auf Irgendwelche Schwellenwerte warten dauert mir zulange, außer man stellt jetzt die Gelbschalen hin und schaut mal vorm Anbau, aber wenn ich die jetzt Aufstelle sind die morgen voll mir Wurzelbohrern ...
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Klaus
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« Antworten #10 am: 25. August 2014, 12:50:39 »


 Nachn Dreschen hats gleich geregnet => Ausfallraps ging wundervoll auf, allerdings ist er gar nicht rauskommen, den hat der Erdfloh gleich aber flächendeckend zu 95% abgefressen!!!


Das hört sich eher nach Schnecken an.


Gruß
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« Antworten #11 am: 25. August 2014, 13:22:38 »

Nein, haben das Feld extra Nach dem Frass besichtigt, und da ist wirklich ALLES gehüpft.

Merkt man schön (ich Trottel natürlich  Spinnst du?? ) nix mitdenken und da Besichtigung mit kurzer Hose machen, ich hab mir mit den Viechern die Schuhe angefüllt... War genau die Zeit wo die Hochkonjunktur hatten. Schneckenfraß haben wir geschaut, aber das "Saatbeet" des ehemaligen Rapses war knalleben, keine Klumpen oder Schrollen wo sich gerade Schnecken gerne verstecken, Schneckenfraß haben wir zum Vergleich auch gefunden, aber eher neben dem Strassengraben ein paar meter rein, aber nicht unbedingt tragisch.

für den Floh spricht auch ein Nachbaracker (gegenüber, getrennt duch 3,5m Güterweg), dort war insektizidgebeizter Raps angebaut, auch noch keine Bodenbearbeitung gemacht. Da haben wir natürlich vor lauter Neugierde auch rein geschaut, dort war aber kein Fraß festzustellen. Und die 3,5m Güterweg sind dem Floh wurscht.

Der Acker war auch ganz representativ. Hatte ca 9ha Größe, war halbwegs gleich abgefressen, also konnten wir eher nicht lokalisieren wo er sich ausgebreitet hat bzw von welcher Richtung die explosionsartige Vermehrung herkam.

Fakt ist. Das wird ein richtiges Problem.
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benji88
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« Antworten #12 am: 25. August 2014, 13:43:59 »

Ach ja:

Da ich mich berufeswegen schon sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt habe und mit vielen PSM-Firmen geredet habe habe ich mich mal erkundigt, wieviel Neonicotinoid-Eintrag beim Raps über die Beize erfolgt.

Dazu hatte ich einen Saatgut-Verantwortlichen der RWA zur Hand, welcher mir sagte, dass bei 3kg Rapssaat (Hybrid) je ha ca. 3 GRAMM/ha neonicotinoide Beize ist!

Somit ist der Eintrag in den Boden, welcher freigesetzt wird 3Gramm je ha.

Nimmt man das PSM Biscaya zur Hand, welches gegen den pyrethroid-resistenten Glanzkäfer wirkt (Wirkstoff: Thiacloprid), ist die Aufwandmenge 300ml je ha. 2 Anwendungen pro Jahr erlaubt.
Da hier ja keine 100% Wirkstoff sind, nehmen wir mal an hier wären mind. 100ml/ha reiner Wirkstoff drinn je ha.
Bei 2 Anwendungen macht das irre viel Einrag in die Umwelt im Gegensatz zum Saatgut.

Aber so ist Gesetz halt.

Da gibts viele Misstände.

Beispiel: heuer neu: ein Pyrethroid namens FYFANON. toll gegebn resistente Glanzkäfer. "NEUE" Wikstoffgruppe (Wirkstoff: Malathion)

Meines Wissens nach hats doch Malathion schon vor vielen Jahren unter anderen Handelsnamen gegeben (fällt mir partout nicht ein), wurde damals aber verboten. Heute: Neuer Name, zack wieder aufn Markt.
Entweder warens damals kleinlich beim verbieten oder heute zu feige?
Wenn man sich mit der Materie auseinandersetzt findet man da richtig grobe Lücken im System...  Zunge
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« Antworten #13 am: 25. August 2014, 14:12:50 »

Lücken gibt es immer und das ist auch gut so.

Nach dem Sinn von Regeln sollte man nie fragen. Lächelnd
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« Antworten #14 am: 30. August 2014, 10:34:33 »

So bei uns ist der größte Teil Raps angebaut, mal schauen, jetzt regnet es ordentlich, also optimal.
Hoffen dann nächste Woche das der Raps rauskommt und die Felder wieder schnell befahrbar werden... Um den Erdfloh Herr zu werden.

War gestern in ner LW-Runde zu Gast, haben da wieder dieses Thema durchgekaut. Habe auch rausgehört das viele heuer schon beim Ausfallraps (noch Insektizidgebeizt) schon "Schäden", also Fraß am Ausfallraps durch den Floh festgestellt haben. Das war für mich ein weiters "Alarmzeichen", dass es da heuer von genug geben wird.

Die Gutsbetriebe mit 100-200ha Rapsfläche werden da heuer "blind" reinschiessen, 2x. Ich weiß ist nicht praxisgerecht, empfehle ich auch nicht, aber ihre Argumente sind, dass sie einfach nicht jeden 3. Tag 200ha ablatschen können.
Vor allem bei Schlägen über 20ha kann es sein das man an einem Ende nix sieht, das andere Ende aber schon halb abgefressen ist... und wenns die übersehen und da 100ha Raps nachgesät werden müssen, sind schon allein 10.000 Euro Schaden nur an SAATGUT, ohne den Anbau selbst und die Zeit zu rechnen.

Somit lassen sich die eine fixe 2-malige Pyrethroidstrategie nicht ausreden, ist auch verständlich...

Mal schauen, kommende Woche werden wir weitersehen, wenns Wetter besser wird
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