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Autor Thema: Selbstständig in der Landwirtschaft  (Gelesen 30803 mal)
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benji88
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« am: 11. März 2014, 15:14:15 »

So fange hier einen neuen Thread an, da ich ja versprochen habe, euch an meiner "Katastrophe für Arbeitswillige" teilhaben zu lassen...

Aus Claras Betriebshilfe-Fred kennt der ein oder andere die Vorgeschichte, ich will endlich legal neben meinem 40h Job als Kleinunternehmer für Landwirte arbeiten, welche in Stosszeiten händeringend nach Helfern suchen...

Da die Nachfrage bei uns recht üppig ist und ich mich vor Anfragen kaum retten kann, dacht ich ich gehe zur Wko und erkundige mich, wies da mit selbstständig machen als Kleinunternehmer nebenbei aussieht.

Beim Gespräch mit der Wko-Dame wurde ich nur plump belehrt das das alles unmöglich ist, da ich als Arbeitnehmer in dem Fall eingestuft werde und es in der LW nicht möglich sei, ohne BERIEBSEIGENE Mittel selbsttändig zu arbeiten.
Ich geduckt abgezogen, ein paar Bierchen reingezogen und überlegt das aufgeben noch zu früh ist.

Nach dem mich hier Tyrolens auf die Idee mit dem Werkvertrag brachte und ich nicht nach Stunden, sondern nach "Leistung-Ergebnis" arbeiten sollte hab ich Hoffnung geschöpft und die WKO erneut kontaktiert....
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benji88
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« Antworten #1 am: 11. März 2014, 15:59:12 »

Ich schrieb also folgende Mail an die "nette" Bezirksstellenleiterin der WKO, welche mich letztes mal so "gut" beraten hat:

Sg. Fr. xxxxxx,

Ich war im Jänner bei Ihnen und habe mich beraten lassen da ich die Vorstellung hatte als Selbstständiger in der Landwirtschaft. Sie haben mir erklärt, das die Arbeitsleistung alleine nicht genügt (Traktorfahrer) da ich damit als Arbeiter und nicht als Selbstständiger eingestuft werde. Da ich mir nun den Werkvertrag durchgelesen habe ergiebt sich für mich eine neuerliche Frage:

Was wenn mich ein Landwirt beauftragt 30 ha zu drillen. Mit seinem Traktor. In einem Tag.
Ich würde dafür einen Preis veranschlagen. Wie ich das mache ist ihm egal.

Dann hätte ich ein Ergebnis geschaffen, und würde doch somit in den Werkvertrag fallen oder irre ich?

Bitte um kurze Auskunft.
Danke sehr im voraus!
MfG
xxxxxxx



Nach einer geschlagenen Woche kam folgendes:

Sehr geehrter Herr xxxxxx,

der Verwaltungsgerichtshof entscheidet regelmäßig, dass bei Fehlen von eigenen wesentlichen Betriebsmitteln kein Werkvertrag vorliegt. Werden zu erbringende (Dienst)leistungen nur in (zeitliche) Abschnitte zerlegt und zu "Werken" erklärt, um diese zum Gegenstand der Leistungsverpflichtung zu machen, ändert das nichts an der notwendigen Gesamtbetrachtung. Die Bezeichnung der Leistung als "Werk" allein ist irrelevant, für die Beurteilung ist das tatsächliche Erscheinungsbild (eigene betriebliche Organisation, nennenswerte eigene Betriebsmittel, das Treffen eigener unternehmerischer Entscheidungen,...) ausschlaggebend.


Freundliche Grüße
xxxxxxx



so, und jetzt bleibt mir wirklich nur mehr der Gang zum Anwalt, wenn mir der das genauso sagt, dann ists abgehakt...

Dann bleibts weiterhin mein "intensives Hobby"  Zwinkernd
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Waldgeist
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« Antworten #2 am: 11. März 2014, 16:19:16 »

Wer lang fragt, geht weit irr.

Ich habs so verstanden:

Arbeit mit eigenen Betriebsmitteln (an einem konkreten Auftrag) = Werkvertrag
Arbeit mit Betriebsmitteln des Auftraggebers (nach Zeit) = Freier Dienstvertrag

Vielleicht ist da die Arbeierkammer der bessere Ansprechpartner:
http://www.arbeiterkammer.at/beratung/steuerundeinkommen/freiedienstnehmerinnen/arbeitsrechtfuerfreiedienstnehmerinnen/index.html

Ich würd das, was du vorhast, auf Basis freier Dienstverträge machen.

Auch noch interessant, es wird auch auf LW und Nachbarschaftshilfe eingegangen:
https://www.sozialversicherung.at/portal27/portal/esvportal/channel_content/cmsWindow?action=2&p_menuid=511&p_tabid=5&p_pubid=497
« Letzte Änderung: 11. März 2014, 16:24:21 von Waldgeist » Gespeichert
benji88
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« Antworten #3 am: 11. März 2014, 16:43:57 »

Freie Dienstverträge sind uninteressant, da mich niemand anmeldet, da er dann Steuern zahlen muss...

Beim selbständigen Kleinunternehmer ists deswegen super weil solang ich pro Jahr nicht über 4000 und noch ein paar komme zahl ich nämlich KEINE STEUERN (nur Unfallversicherung von läppischen 100 pro Jahr)

Aber bei freien Dienstverträgen muss der Auftraggeber die Steuern zahlen, damit wirds einfach gänzlich uninteressant...

Denke das Thema wars für mich
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JPB
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« Antworten #4 am: 13. März 2014, 21:44:46 »

Hallo!

also soweit ich weis darf dein gewinn die 4000 nicht übersteigen, dein umsatz darf irgendwo bei 31000 liegen.

aber auch als "kleinunternehmer" wirst mit den 100 euronen nicht auskommen.  da kommt mal die kammerumlage ca 200€/jahr, dann brauchst eine betriebshaftpflicht, sozialversicherung wird angeglichen usw...  
ein bisschen was kommt schon zusammen.  aber alles noch im überschaubaren.

und noch was anderes, wenn du das ganze über den maschinenring machst, brauchst du selbst gar nichts dafür. oder irre ich mich?



gruß joe
« Letzte Änderung: 13. März 2014, 21:49:19 von JPB » Gespeichert

!!! um der Beste zu sein, muss "MANN" das Beste geben !!!
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« Antworten #5 am: 14. März 2014, 01:19:06 »

Einen Trekker zu bedienen ist doch eine Dienstleistung und diese ist als solches doch eine unternehmerische Leistung. Wieso sollte ich nur als Unternehmer anerkannt werden, wenn ich eigene Betriebsmittel besitze welche zur Erbringung einer Leistung verwendet werden? Es gibt doch tausende Einzelunternehmer die nur ihre Arbeitskraft als Dienstleistung als Selbstständige anbieten. Was haben denn die ganzen völlig überbezahlten Consultants, die die Regierung Jahr für Jahr beschäftigt, dann für eine Berechtigung als Unternehmer aufzutreten und dicke Rechnungen zu schreiben?
Ich halte die Begründung dieser Dame ehrlich gesagt für Schwachsinn!
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« Antworten #6 am: 14. März 2014, 13:45:45 »

Einen Trekker zu bedienen ist doch eine Dienstleistung und diese ist als solches doch eine unternehmerische Leistung.

Eben nicht!  Zwinkernd
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« Antworten #7 am: 14. März 2014, 19:36:41 »

Sagt wer? Die WKO?
Wir haben in der Firma zig Leute, die nur ihr Hirn verkaufen und das sind auch alles Unternehmer! Wo wird denn da die Grenze gezogen?
Was ist, wenn Du mit einem "Miettraktor" arbeitest? Dein Boss soll Dir den Trekker offiziell für gewisse Stunden vermieten und schon gehts los...
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« Antworten #8 am: 15. März 2014, 07:38:16 »

Das ist halt typisch Österreich und weil das Staat sich so sehr um unser Wohlergehen sorgt, verhindert er einfach jede Art der freien Beschäftigung, indem er auch für freie Dienstnehmer auf Dienstgeberanteile besteht.

Das ganze System ist doch für den A*sch. Ob jetzt der Dienstgeber oder Dienstnehmer die Sozialversicherungsbeträge einzahlt, ist doch völlig egal.

Bei allen Umgehungsversuchen ist halt erst mal das Problem gegeben, dass die Behörden sofort und überall Scheinselbständigkeit sehen.

Und da wundere sich mal einer, dass es so viel Schattenwirtschaft gibt. Kein Wunder, angesichts der unglaublichen Inflexibilität des Gesetzgebers.
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benji88
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« Antworten #9 am: 15. März 2014, 08:07:58 »

Thomas hat den Nagel aufn Kopf getroffen, bevor ich mich selbstständig mach und da halb-illegal werken muss lass ichs lieber und machs weiter als "Hobby", allerdings zu verschenken hab i nix  Zwinkernd

In D ist das glaub ich wesentlich einfacher, aber wies da genau geht weis ich nicht.

Wir zahlen lieber der Hypo x-Milliarden und und wollen nicht, dass die Raiffeisenbank ihre Finanzspritze zurückzahlt, aber die Wirtschaft woll ma a nicht unterstützen ausser die großen welche die Subventionen sowieso ins Ausland tragen.


Oh du armes Österreich, wo sind wir hingekommen. A*sch-System, soll der Staat doch an Gier und Einfalt ersticken, Pleite gehen oder sonst was, überleben würdens wir schon...
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« Antworten #10 am: 17. März 2014, 18:24:24 »

die Werksvertragsgeschichten sind etwas heikler geworden weil eben auch Schindluder getrieben wurde damit und man versucht hat die Lohnnebenkosten mit Werksverträgen zu umgehen etc.

Auch wenn das jetzt einige nicht gern höhren frag mal beim MR nach

Über Personalleasing geht sicher eine offizielle Abbrechnungsmöglichkeit wenn nicht sogar über´s Service - nur wird dir halt einiges abgehen bzw. wird deine Stunde halt teuer im Vergleich zu jemanden der aus einer Pauschalierten Landwirtschaft kommt und das so über den MR abrechnet

die ganze Kleinunternehmer Geschichte würde ich auch nicht bei der WKO klären sondern zuerst mal beim Finanzamt - die haben eine Beratungspflicht die nix kostet

 
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« Antworten #11 am: 18. März 2014, 13:21:44 »

Moin,
kannst du nicht einfach einen 450€ Job beantragen?
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« Antworten #12 am: 19. März 2014, 06:39:43 »

Melde einfach eine Firma an und dan schreibst Rechnung erkund dich mal bei einem ordentlichen Steuerberater Mr- ist doch auch halb ilegal wen du nicht bei MR angemeldet bist
außerdem warum andere Leute Geld verdienen Lassen was der Mr kann kannst auch seber verdienen oder mußt deren Wasserkopf nicht  erhalten
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« Antworten #13 am: 19. März 2014, 11:00:54 »

Geht meines Wissens aber eben nur dann, wenn du eine Firma als "Landwirt" anmeldest und dazu brauchst du einen eigenen Betrieb.

Wir haben hier zum Beispiel das Problem, dass Ärzte, die nur als Sprengelärzte arbeiten und dabei drei, vier Gemeinden betreuen, ebenfalls als Scheinselbständige gelten.
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« Antworten #14 am: 19. März 2014, 23:11:51 »

Mal nen paar Gedanken aus D dazu:

als "freier Beruf" (Rechtsanwalt, Künstler, Dozenten, Ärzte etc.) mußt du Akademiker sein. Das sind sogenannte Katalogberufe die im EK Gesetz aufgelistet sind. Das sind dann auch die Consultants etc die als Berater arbeiten.

Ich würde (in D) ein Kleingewerbe anmelden. Zweck: Dienstleistungen für grüne Berufe oder als Lohnunternehmer.

Du mußt zumindest nicht sofort Maschinen kaufen, kannst MR Mitglied werden etc .....bis 17.500 €/Jahresumsatz bist du Umsatzsteuerbefreit, kannst also weder Vorsteuer abziehn noch Umsatzsteuer ausweisen. Wenn du bereit bist eine Umsatzsteuererklärung zu machen, kannst du bei Ausgaben auch die Vorsteuer geltend machen. Vereinfacht: du bekommst 20% vom gezahlten Kaufpreis deiner Maschinen wieder, mußt aber die Umsatzsteuer für positive Einkünfte abführen.

Damit bist du also schon mal aus dem Schwarzarbeiterbereich raus. Könntest sogar nen Kumpel auf 400 €/Monat Basis einstellen.

Sehr wertvoll ist ein intensives Auseinandersetzen mit den Einkomensteuergesetzen. es hilft ungemein. Bei "neten Damen" solltest du immer nach der Gesetztesgrundlage fragen.

"Bitte, ich bin noch jung und unerfahren, würden Sie mir bitte die entsprechenden gesetze nennen? Ich will das mal nachlesen weil ich das nicht verstehe" jetzt trennt sich die Spreu vom weizen. Weiß die Dame was, lernst du, weiß sie nix kommt sie ins Schwimmen und wird unfreundlich.

Ich kenne nur die Gesetze in D, gehe aber davon aus das AU ähnlich ist, bis auf Details ....

Übrigens ist mein Dienstleistungsbetrieb auf ähnliche weise entstanden ....dann kam die Umsatzsteuererklärung, die einkommensteuererklärung etc .... alles keine Hexerei und bei regelmässiger Weiterbildung kommt man mit dem eigenen Betriueb weiter als der Steuerberater weil man die einzelnen Positionen besser zuteilen kann.

Viel erfolg

Bernd

PS: bei weiteren Fragen nur zu, aber imer bedenken das ich aus D komme
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