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Autor Thema: Wie können wir Bauern unser Image verbessern??  (Gelesen 66049 mal)
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Misches
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« am: 04. August 2013, 11:08:48 »

Wen man aktuell durchs Internet surft und über Landwirtschaftliche Artikel stolpert könnte man sich vorkommen als ob wir Bauern das Grundübel in unserer Gesellschaft wären?

Da liest man so Sachen wie:

> Bienenmörder
> Massentierhalter und Tierquäler
> Grundwasserverseucher
> dumme Rückständige Bagage
> gierige Subventionsempfänger
> dauerjammerer
usw...

Was können wir machen damit die Allgemeine Bevölkerung die real existierende Landwirtschaft so wahrnimmt wie sie wirklich ist und es ein vernünftiges Miteinander geben kann??
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« Antworten #1 am: 04. August 2013, 11:58:03 »

Wenn du dir Sorgen um dein Image machst, hast du keines. Zwinkernd

Im Grunde ist es halt so, dass der BIO-Anteil in Österreich irgendwo bei 6% liegt und in Deutschland bei 3,5%. Dass die obigen Themen überhaupt zu solchen werden, liegt vor allem am Gesinnungsterror, weil normalerweise so ein 3,5 bis 6% Thema keinen Menschen interessiert. Da aber immer mehr Möchtegern-Weltverbesserer an die Schalthebel der Macht drängen, wird das ganze dann halt doch zum Thema. Ganz vorne dabei: Politik (Grüne), NGOs (müssen auch von etwas leben, nachdem sie aus dem Ehrenamt ins Business gewechselt sind) und der Journalismus (der nur mehr mit Shockthemen sein Geld verdienen kann).

Letztlich ist das eine Sache, die in 10 oder 15 Jahren keinen Menschen mehr interessieren wird, weil jeder froh sein wird, dass es überhaupt ausreichend Lebensmittel gibt.

Und ich möchte noch an die Diskrepanz zwischen Ladentheke und Gesinnung hinweisen. In der Regel kann es nicht Öko genug sein, über den Ladentisch läuft aber dann trotzdem die Fertigpizza und das Zuckerjoghurt mit rechtsdrehenden Bakterien.

Fakt ist, dass an der Kassa entschieden wird, wie die Landwirtschaft läuft und da ist die Sache relativ klar. Actimel hat 2006 einen Umsatz von 1,4 Mrd Euro gebraucht. Das ist die Realität und nur das schafft die Fakten. Alles andere sind die Meinungen irgendwelcher Menschen, die glauben, die Welt nach ihren Vorstellungen gestalten zu müssen. Nur, so funktioniert das nicht.

Diese ganzen Streitereien sind halt auch ein Zeichen dafür, dass wir uns gerade im Wandel befinden. Wohin die Reise geht, dürfte klar sein. Nachdem dem Staat ohnehin das Geld ausgeht, wird der Regulierungswahn hoffentlich ein Ende finden. Wir brauchen die Regulierung ja auch gar nicht, weil der Volkswillen ganz direkt, wie oben beschrieben, direkt in die Nachfrage eingreift. Also: Kunde -> Lebensmitteleinzelhandel -> Lebensmittelindustrie -> Landwirtschaft. Wenn der Kunde will, dass das Grundwasser geschützt wird, müssen wir halt eine entsprechende Zertifizierung durchführen, wie es sie jetzt schon zb mit der GLOBALG.A.P. gibt. Ist nicht unbedingt schöner, aber aus unserer Sicht besser verhandelbar. Außerdem sind wir da meistens so oder so schon vorne dabei, weil die europäische Landwirtschaft halt noch immer zu den saubersten weltweit zählt. Darum muss Hipp nun ein Trockenmilchwerk für den chinesischen Markt bauen. Die Chinesen vertrauen nämlich den eigenen Lebensmitteln nicht mehr.

In Österreich spielt dann halt auch nicht die ÖVP eine Rolle. Die meisten Angriffe gehen ja nicht gegen die Landwirtschaft, sondern insgeheim gegen die Politik der ÖVP, die noch immer als Bauernpartei gilt. Richtig mies wird es, wenn die ÖVP mit den Grünen koaliert, weil es dann erst richtig mit Zucht und Ordnung los geht.


Das ist nur meine bescheidene Meinung. Da ist fest davon überzeugt bin, dass die Zukunft viel besser sein wird, ärgere ich mich eigentlich nur darüber, dass wir uns mit dem status quo rum ärgern müssen, der uns vor allem mal eine Menge Geld kostet.
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Clara
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« Antworten #2 am: 30. September 2013, 12:18:08 »

Wen man aktuell durchs Internet surft und über Landwirtschaftliche Artikel stolpert könnte man sich vorkommen als ob wir Bauern das Grundübel in unserer Gesellschaft wären?

Da liest man so Sachen wie:

> Bienenmörder
> Massentierhalter und Tierquäler
> Grundwasserverseucher
> dumme Rückständige Bagage
> gierige Subventionsempfänger
> dauerjammerer
usw...

Was können wir machen damit die Allgemeine Bevölkerung die real existierende Landwirtschaft so wahrnimmt wie sie wirklich ist und es ein vernünftiges Miteinander geben kann??


Hallo Misches,


interessant, auf welchen Seiten du so unterwegs bist. Lächelnd

Aus meiner Sicht liegt es an uns selbst, wie wir uns darstellen und wahrnehmen.

Es stellt sich auch die Frage, wie stellen wir uns und unseren Berufsstand dar in Kreisen wie diesen- den internetten Foren bspw. ... Da vermisse ich hin und wieder so einiges an Umgangsformen, Respekt und Wertschätzung und Achtung vor dem Gegenüber. Es ist dabei bedauerlicherweise egal, wie das HP heisst.
 

Ich habe vieles probiert. Inzwischen weiss ich recht gut, wie ich mit meinem ausserlandwirtschaftlichen Umfeld in Kontakt komme und worüber ich mit ihnen rede. Ich stehe hier und da gern Rede und Antwort rund um meinen Beruf und Berufsstand. Inzwischen weiss ich auch, das es ab und an gut ist, dass ich Dinge wahrnehme und abspeichere, allerdings nicht  immer und überall zeitnah kommentieren muss.

Mir ist es wichtig, dass ich ein interessanter Gesprächspartner für mein Gegenüber bin. Dazu zählt für mich, dass ich noch "ein wenig" mehr als Landwirtschaft auf meinem geistigen Radar hab.

In diesem Sinne, gutes Gelingen bei allen anstehenden Dingen,

Clara
 
 


« Letzte Änderung: 30. September 2013, 12:20:51 von Clara » Gespeichert
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« Antworten #3 am: 25. Februar 2016, 10:30:07 »

Vielleicht sollten alle Subventionen wegfallen, also keiner sollte in Europa welche bekommen, dann wäre es endlich mal freie Marktwirtschaft.


Gruß
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« Antworten #4 am: 25. Februar 2016, 12:12:08 »

Eine freie Marktwirtschaft hätte man deswegen noch lange nicht.

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« Antworten #5 am: 26. Februar 2016, 11:02:38 »

Eine freie Marktwirtschaft hätte man deswegen noch lange nicht.



Nein, aber etwas gerechter!

Gruß
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« Antworten #6 am: 26. Februar 2016, 18:04:53 »

Das wohl.
Derzeit profitieren halt all jene, die viel Eigentum haben.
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« Antworten #7 am: 27. Februar 2016, 08:28:56 »

So ist das eben im Kapitalismus.

Gruß
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« Antworten #8 am: 27. Februar 2016, 11:29:03 »

Na ja. Der Kapitalismus basiert doch auf dem freien Wettbewerb und den gibt es nun mal nicht.
Der Sozialismus hat halt auch nicht funktioniert. Der Kapitalismus wird dasselbe Schicksal erleiden.
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